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Klas Linroth: Die Influenza in epidemiologischer Beziehung
Eine grosse Anzahl von Beobachtungen liegt vor, durch welche die Ärzte die direkte Verschleppung der Krankheit nach anderen Orten haben nachweisen können. Kinige streng abgesonderten Stellen sind von der Seuche ganz frei geblieben, zum Beispiel 17 Personen, welche in einem Leuchtturm auf einer Insel an der Käste von Bohuslän wohnten und den¬ selben während der Epidemie nicht verliessen. Die Mehrzahl der schwedischen Ärzte hegt die Ueber¬ zeugung, die Influenza werde nur dureh den menschlichen Verkehr verbreitet, während ein kleinerer Teil die Ansicht vertritt, auch die Winde seien Verbreiter der Krankheit. Als Grund letzterer Ansicht wird hauptsächlich die ungemein schnelle Entwicklung der Ortsepidemien angefährt. Genauere Beobachtungen zeigten jedoch, dass jede Ortsepidemie mit ver¬ einzelten Fällen begann, und dass gewöhnlich einige Wochen zwischen diesen Fällen und der Masseninfection des Ortes lagen. Eine Uebersicht von 78 Ortsepidemien ist auf den Sei¬ ten 35—37 geliefert. Von jedem Orte sind natärliceh nur verhältnismässig wenige von den vielen Fällen gemeldet worden; aber diese Meldungen sind durchaus zuverlässig, da sie nur iber Personen gemacht sind, deren Namen, Alter und Wohnungen genau notirt wurden. Die Uebersicht zeigt, dass die Influenza von Anfang December bis Ende Februar epidemisch in Schweden herrschte. Vereinzelte Fälle wur¬ den noch im August 1890 gemeldet. -- Der Rhythmus der Ortsepidemien war tuberall gleich. Nach einigen ver¬ einzelten Fällen im Laufe einer oder einiger Wochen, ka¬ men in einer Woche so viele Fälle zum Vorschein, dass die Epidemie als begonnen betrachtet werden musste. Die Steigerung war jetzt eine ungeheuer rapide, so dass der Höhe¬ punkt gewöhnlich schon in der nächsten Woche erreicht wurde. Die Abnahme folgte ein wenig längsamer. Nach 3 Monaten waren die meisten Ortsepidemien zu Ende. In grossen Landdistrikten hielt sich die Epidemie längere Zeit. Die Verbreitung derselben in derartigen Orten veranschau¬ ligt eine Karte (Seite 43). Es zeigt sich dass zuerst die Ver¬ kehrscentra und dann die Plätze an der Peripherie von der Epidemie heimgesucht wurden. Ebenso war es auf grossen Landgätern; 2 Berichte daräber sind mitgeteilt (8: 44,45); Auch von Familienepidemien sind mehrere Beispiele den ärztlichen Mitteilungen entnommen (8. 46). Die Dauer der Inkubation war im Allgemeinen 1—3 Tage. Bezäglich der Htiologie ist folgendes bemerkenswert. Im Ganzen wurden 27,008 Personen von Ärzten genau unter¬
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