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Nordiskt medicinskt arkiv 1896

Originalsida 185
Originalsida 185
Originalsida 184
Originalsida 185
184–185

Sida 185

Postconceptionelle syphilitische Infection

POSTCONCEPTCONELLF, SYPHILlTISCIin TNFECTION. 7

Gesichtssinne aufzufassen geweseu wäre. Sehr wahrscheinlich wiirden bei einer in diesem Stadium der Krankheit ausgefiihrten Obdiiction irritative, dem Processe in der Haut entsprechende Processe, wenu nicht makroskopisch, so doch mikroskopisch, in den meisten inneren Theileu des Körpers zu entdecken gewesen sein.»

Wenn sich nun Sklerose iind Adenitis finden, so dtirfte ja wohl die Muglichkeit einer allmählichen Uberfiihrung der Mikroben in alle Theile des Körpers vorligen, und es erscheint dann wohl auch als ganz natiirlich, dass sie auch in den graviden Uterus mit seinem bedeutend entwickelnden Blutgefässsvstera gelangeu könnten. Als höchst wahrscheinlich erscheint es mir auch, dass sie dann hier und da in den Placentargefässen hängen bleiben konuten und sich dadurch, dass sie in ihnen kleine Läsionen verursachen, Gelegenheit bereiten, in die Circulation des Fötus iiberzuo-ehen und ihn solchergestalt zu inficiren. Es ist dann aber die Frage, ob diese Mikroben im Stande sind, in der Placenta derartige Veränderungen hervorzurufen, ehe die anderen von der Blutmasse in die iibrigeu Theile der miitterlichen Körpers gefiihrten Mikroben sich dort so entwickelt haben, dass sie die Veränderungen in der Haut und der Schleimhaut verursachen, die wir als Beweise dafiir ansehen, dass die Krankheit constitutionell geworden ist.

Nach den Ergebnissen neuerer Forschungen an Thieren können nämlich frerade Körper, also auch die Mikroben, nicht von der miitterlichen in die fötale Placenta iibergehen, so länge die Placenta vollständig gesund ist; dieselbe biidet gegen das Vordingen dieser Körper eine Barriére. Ganz änders gestaltet sich das Verhältniss, wenn diese Mikroben in den feinsten Placentargefässen kleine Veränderungen (Blutungen, Endothelnekrosen) hervorrufen; in solchen Fallen findet sich die Muglichkeit, dass die Mikroben von der miitterlichen in die fötale Placenta und von da in den Fötus iibergefiihrt werden können.

Wahrscheinlich ist das Verhältniss beim Menschen dasselbe.

Da sich nun die syphilitischen Mikroben ganz sicher sehr langsam entwickeln, so muss es eigenthiimlich erscheinen, dass sie sich, wie in meinem Falle, wo ihre Entwickelung im Körper der Mutter eine so späte gewesen ist, dass die allgemeinen Symptome wahrscheinlich erst länge nach der Entbindung aufgetraten sind, in der Placenta so schnell entwickelt haben sollten, dass sie daselbst schon vor der Entbindung Veränderungen

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