Sida 186
Postconceptionelle syphilitische Infection
8 NORU. MED. ARK., 1896, N:r 3. EDVARD AVEl, ÄNDER.
zu verursachen verraochten, durch vvelche sie in den Fötus ge- 1 ängen konnten.
Leider wissen wir nicht, ob sich in meinern Falle in der Placenta Veränderungen fanden öder nicht, daher derselbe eben so wenig: vvie andere dazu beitragen känn, uns in dieser Frage eine Aufklärung zu geben.
Aber auch wenn in meinern Falle die Placenta vollständionormal gewesen sein sollte, so ist dadurch gleichwohl die Möglichkeit nicht ausgeschlosseu, dass der Fötus durch die Placentarcirculation inficiert worden ist. Wie v. During hervorgehoben hat, ist es ja möglich, dass bei der Entbindungsarbeit in der Placenta kleine Risse entstehen können und dass dadurch »die Scheidewände zwischen miitterlichem und kindlichem Blute hinwesrseräumt werden^. Befinden sich nun unter solchen Verhältnissen Syphilismikroben im Blute der Mutter in Circulation, so hindert ja nichts, dass sie in das vorher vielleicht ofanz sesunde Blut des Fötus kommen und dasselbe inficieren können.
v. DtJEiNG fiihrt folgenden Fall an. wo seiner Ansicht nach »die Infection wahrscheinlich auf diese Weise zu erklären ist»:
Eine Frau, deren Mann während ihrer Schwangerschaft extragenital angesteckt worden war, wurde von v. DtJRiNG kurz vor der Entbindung untersucht (die Genitalien scheinen bei ihr [einer Tiirkin] einer Untersuchung nicht unterworfen worden zu sein), ohne dass sich dabei secundäre Symptome entdecken liessen. Zwei Wochen nach der Entbindung zeigte die Mutter suspecte Symptome von Lues, und nach noch einer Woche waren bei der Mutter die Symptome der Lues deutlich ausgesprochen. Vier bis fiinf Wochen nach der Entbindung traten beim Kinde syphilitische Symptom auf.
Ob nun in diesem Falle die Infection des Fötus in der Weise stattgefunden hat, wie v. During annimmt, ist zwar nicht zu entscheiden, doch ist es möglich.
Unbestreitbar hat mein Fall ziemlich grosse Ahnlichkeit mit dem von v. During beschriebenen, und es känn ja möglich sein, dass die Infection des Kindes in meinem Falle bei der Entbindung und in der Weise stattgefunden hat, wie v. DtJRiNG in seinem Falle annimmt.
Damit eine Infection des Fötus durch eine Placentarinfection — dieselbe mag nun vor öder während der Entbindung stattfinden — geschehen könne, noch ehe die Syphilis der Mutter
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