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Postconceptionelle syphilitische Infection
POSTCONCKPTIONELl.I': SYPHllJTlSCHE INFECTION. 9
constitutionell geworden ist, muss das Syphilisgift, hoc est die Syphilisrnikroben, unbedingt im Blute der Mutter schon vor der Entbindung circuliren. Nur in dieser Weise, scheint es mir, können solcbe Fälle wie v. Durings und raeiner erklärt werden.
Aber wenn nur dieses richtig ist, so stellt sich eine Frage auf: soUte nian nicht, wenn man eine solche Frau bei Zeiten, gleich nach der Entdeckung der Sklerose, behandelt, Aussicht haben, eine Menge der im ihrem Blute circulirenden Mikroben zu tudten und dadurch vielleicht ihre Uberfiihrung in den Fötus zu verhindern? Ich fur meinen Theil bin der Ansicht, dass dieses nicht unmöglich ist.
Wenn wir nämlieh sehen, dass das Quecksilber, unter welcher Form es auch dem Organismus mitgetheilt werden mag, so zu sägen jede beliebige Form des syphilitischen Krankheitsproductes allmählich zwingt zuriickzugehen und zu verschwinden, so sind wir ja ziemlich berechtigt zu glauben, dass es das aborbirte, in das Blut gekommene Quecksilber ist, welches dieses dadurch herbeigefiihrt hat, dass es auf die Mikroben, die die betreftenden Krankheitsproducte verursachen, zerstörend und todtend einwirkt. Wir wissen, dass das Quecksilber, in welcher Weise es auch dem Organismus mitgetheilt werden maor, sich nicht nur im Blute nachweisen lässt, sondern sog-ar in sehr grosser Menge in ihm nachgewiesen wird. Ein solches quecksilberhaltiges Blut ist ja eine Art Quecksilber — vielleicht Sublimatlösung. Da nun mit diesem quecksilberhaltigen Blute Quecksilber in alle Theile des Körpers gelangt und in den Fötus in utero iibergeht ja sogar in pathologischen Producten (Eiter, Ascitesfliissigkeit) transsudirt, so diirfte es ja dera Quecksilber möglich sein, iiberall seine deletäre Wirkung auf die Syphilismikroben auszuuben, gleichviel an welcher Stella im Organismus sie sich befinden.
Dadurch, dass nun in solchen Fallen wie meiner Quecksilber schnell und kraftig vor der Entbindung (gleich nach der Entdeckung der Sklerose) in der Körper der Mutter gebracht worden wäre, hatten wir ja, da sich bei der Behandlung mit Hg Quecksilber bekanntlich in grosser Menge im Blute findet, ganz sicher die Möglichkeit gehabt, schädlich auf die in demselben circulirenden Syphilismikroben einzuwirkeu, und vielleicht hatten wir dann ihre Verbreitung in die Placenta und
Nord. med. rirlch-. Arg. 1896. 2
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