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Nordiskt medicinskt arkiv 1904

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Artur Vestberg: Über die biologische Bedeutung der krankhaften Erscheinungen

2 NORD. MED. ARK., 1904. AFD. II, N:R 9. — ARTUR VESTBERG,

dazu getrieben, allzusehr die krankhaften Erscheinungen aus dem allgemeiucii Naturzusammcnha)ige herauszureissen.

Daher hat auch die Pathologie bis heute es vermieden, eine konsequente Stellung zur Evolution si el tre einzunehmen, die doch eine so grundlegende Bedeutung fiir alle möderne Biologie hat. Nur auf einzelnen Gebieten der Pathologie haben die Anschauungen der phylogenetischen Entwicklungslehre sich einigermassen geltend gemacht, nicht aber als leitender Gedanke fiir die ganze pathologische Auffassung.

So ist man in der Frage der erblichen Krankheiten und Krankheitsanlagen notwendigemveise mit den Vererbungsgesetzen im allgemeinen in Beriihrung gekomnien, mit der Frage nach den Ursachen der individuellen Variation und der anderen Frage, ob und in welchem Masse erworbene Eigeuschaften — hier krankhafte — auf Nachkommen vererbt werden können, öder wie man sonst die Erfahrungen erklären soll, die eine solche Vererbung vorauszusetzen scheinen — Fragen, die zu den schwierigsten Problemen der Abstammungslehre gehören. Dieses allgemein biologische Interesse innerhalb der Pathologie hat aber nur einigen besonderen Krankheitsformeu gegolten, die als exzeptionelle Familienvererbungen aufgetreten sind.

Die gencrelle Vererbungsfrage in der Pathologie, die Frage, wie all die gut charakterisierten Krankheitstypen, die man beim Menschen und den höheren Tiéren findet, z. B. bostimmte Zelldegcnerationen, Entziindungeu, Geschwulstbildungen, Fieber u. s. w., wie alle diese ständig wiederkehrenden Krankheitsformen ein Erbteil unseres Geschlechts geworden sind, diese Frage ist bisher kauni fiir die naturwissenschaftliche Pathologie aktuell geworden. Bei der Fathogowsr, die man eifrig zu erforsclien gesucht, hat es sich bisher nur lun die Entstehung der Veränderung im einzelnen Falle, bei dem kranken Individuum gehandelt, nicht um die Entsteimng der Krankheitsform selbst innerhalb der Tierreihe.

Mit einem Wort: wir entbehren noch cincr rrrgJciclK )i(l< n Pathologie. Dieser Mangel biidet die vuinchmste Ursaclic iiir die isolierte Stellung der Pathologie uiUer den biologischen Wissenschaften, fiir <lie Abwesciiheit von Ankniipfungspunkten zwischen ihr und <ier allgetuciiicn Biologie. In dem Massc wie diese Brilcke geschhigen wird, können wir, wie mir scheint, horten, dass die Vorstelliingen erweitert und verti(!ft, eventuell

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