Sida 394
Artur Vestberg: Über die biologische Bedeutung der krankhaften Erscheinungen
16 NORD. MED. ARK., 1904, AFD. II, N:R 9. — ARTUR VESTBERG.
<iie äussereu, z. B. eine vererbte Infektion, eine Autointoxikation.
Alle diese von einander so verschiedenen Krankheitsursachen haben das gemeinsam, dass sic zur Störung; des normalen Gleichgewichts unter den Kraften fiihren, die in den Lebenserscheinungen innerhalb eines öder mehrerer der Zellenterritorien des Körpers wirksam sind, dass sie Zellen eventuell lähmen öder töten. Damit will ich nicht gesagt haben, dass die unmittelbare Wirkung eines ätiologischen Moments stets eine seitens des Organismus passive Läsion seines lebenden Gevvebesubstrates wäre. Icli finde es im Gegenteil wahrscheinlicher, dass die meisten pathogenen Einfliisse in ihrem gelindesten Grade als lieizniiftel auf die Zelle wirken, direkt eine aktive Reaktion seitens der Zelle in irgend einer Form hervorrufen, z. B. einen chemotaktisch ausgelösten Platzwechsel, eine Phagoeytose, Hypertrophie öder Proliferation. Fiir eine Keihe von Momenten, besonders infektiösen, diirfte dies sicher sein. Hierbei zwischen einer funlfiouellen Reizung, die auch pathologisch möglich wäre, und einer inifritivcn (format i ven) Reizung, die nur mittelbar, durch vorhergehende Läsion, pathologisch hervorgerufen vverden könnte, zu unterscheiden, hiesse, wie mir scheint, kiinstliche Distinktionen aufstellen, die die Natur selbst schwerlicli anerkennt. Dazu stehen Funktion und Nutrition bei der Zelle in allzu intimem Zusammenhang. Wo aber das ätioloffische Moment an und fur sich nicht die Reaktion hervorruft, da wird sie allerdings mittelbar durch die Gewebsläsion hervorgerufen, wenn diese einen bestimmteu Grad erreicht hat.
Wenn die Krankheitsursache rein örtlich und mit einer bcstimmten Intensität wirkt, nimnit die Reaktion gewöhnlich eine der Formen der Entziindung an, ohne Riicksicht auf die Qualität des ursächlichcn ^Moments. Diese rclative Gleichförnngkeit der pathologischen Reaktion gegen verschiedenartige Ursachen diirfte entweder aus der Gleichförmigkeit der priinärcn Läsion zu erklären sein, dcren letztes Ergebnis. ohne Riicksicht auf die Ursache, Gewebsuekrose ist, öder auch aus der begrenzten Möglichkeit des Gewebes, auf niehrere fftr uneere Sinne wahrni-hmbarc Weison zu rcagieren.
Genug, in der Entziindung haben uir eine typischc lokale Reaktion gegen Schädlichkeiten von wechselnder Beschuffenhelt. Diese Schädliclikeitcii sind, wie erwähnt, zum grossen Teil nur Ibertreibungen <iewöhnlicher, physiologischer Ein-
Källa: Internet Archive ·
