Sida 492
Tandskador vid förvärvad syfilis
i NORD. MED. ARK., 1895, N:r 16. — EDVARD WELANDER.
und inimer grössere Zerstörungen verursachten, den Heilmitteln, die man gewöhnlich gegen diese Krankheiten anwendet, :| vollkommen Trotz bietend. Obschon wir nun aber darauf aufmerksara geworden sind, dass das Vorkoramen dieser Affectionen kein so seltenes ist, wie man geglaubt hat, und obschon die Kenntniss, die wir von ihrer Natur besitzen, mehr und mehr erweitert worden ist, so sind diese tardiven Formen von heriditärer Syphilis doch mitunter so schwer zu deuten, dass es beinahe unmöglich sein känn, mit Sicherheit ihre Natur nnd damit auch die Behandlung zu bestimmen, die anzuwenden ist.
Wo bestimmte objective Symptome fehlen, miissen wir unsere Wahrscheinlichkeitsdiagnose durch anamnestische Angaben zu stiitzen suchen; bei dieser Syphilis heriditaria tärda diirfte uns diese Hilfsquelle aber nicht recht oft zu Gebote stehen. Nicht selten befinden sich diejenigen, die möglicherweise wichtige Aufschlusse in dieser Hinsicht liefern könnteq — die Eltern des Kindes — nicht mehr am Leben. Ein anderes Mal känn es uns das Zartgefiihl verbieten, die eine öder anderer Frage zu stellen, so z. B., wenn die Griinde nicht zwingend sind, eine Frage an eine Mutter zu richten, welche bei ihr leicht einen vielleicht unberechtigten Argwohn erwecken könnte, der im Siande wäre, fur ihr ganzes kiinftiges Leben die Erinnerung an das Vertrauen zu träben, das sie zu ihrem verstorbenen Manne gehegt hat u. s. w.
Wie gesagt, oft stossen wir auf das eine öder andere Hinderniss, sodass uns diese anamnestische Hilfsquelle recht selten zu Gebote steht. Ganz von selbst ergiebt sich dann die Frage: känn denn das schon durchgemachte Stadium einer hereditären Syphilis nicht solche objectiven Zeichen hinterlassen, dass dieselben beim Versuch, die Diagnose zu stellen, als unterstiitzende Momente dienen können? Ja! angeborene — und auch sehr friih durch Ansteckung bekommene — Syphilis känn solche Zeichen hinterlassen, und wir sind, namentlich wenn sich ihrer mehre zusammenfinden, berechtigt mit einem hohen Grad von Wahrscheiulichkeit zu behaupten, dass derjenige, bei dem wir sie antreffen, an (heriditärer) Syphilis gelitten hat. Diese Zeichen können also die Wahrscheiulichkeit fiir unsere Vermuthung, dass später auftretende, schwer zu deutende Leiden mit der syphilitischen Krankheit in Zusammenhang stehen, vermehren und unsere Berechtigung stiitzen, in einem solchen Falle mit einer kräftigeu Behandlung einzugreifen.
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