Sida 499
Tandskador vid förvärvad syfilis
FEHLERHaFTE ZAHNBILDUNG BEl ERWORBENER SYPHILIS. 9
Nutritionestörung im Entwickelungsstadium dieser Zähne beruhen, woruber iibrigens alle, die sich mit hierhergehörigen Fragen beschäftigt haben, einig sind. A ber wenn es sich dann darum handelt, wdche Nutritionsstörung diese Zahnanomalien hervorrufen können, so finden wir die einander meist wider- .'{irechenden Angaben.
HuTSCHlNSON, welcher der erste war, der die Autnierksamkeit auf diese Veränderungen der Zähne hinlenkte, glaubte anfangs, dass sie durch das auf das Kind vererbte syphilitische Gift hervorgerufen werden. Ende der siebziger Jahre spricht er aber die Ansicht aus, dass zwar ein Theil dieser Veränderungen der Zähne, wie z. B. die halbmondförmigen Einkerbungen an den oberen Mittelschneidezähnen, ganz sicher auf hereditärer Syphilis beruhen, dass andere, z. B. die Erosionen an dem ersten Mahlzahne, aber in einera nachtheiligen Einfluss des Quecksilbers auf die Entwickelung der Zähne ihren Grund haben, welches dem Patienten (innerhalb öder ausserhalb des Uterus) zur Bekämpfung des syphilitischen Giftes öder zu anderen Zwecken gegeben worden ist. Er nennt diese Zähne deshalb auch Mercurialzähne. Seine Beschreibung der Art und Weise dieser Einwirkung des Quecksilbers und seine Begriindung dieser Ansicht wirken aber nicht uberzeugend, und es hat diese Ansicht auch keinen eigentlichen Anschluss gefunden.
Im Jahre 1881 wurde die Frage zu neuem Leben erweckt. Es sprachen damals in Frankreich zwei Arzte ihre Ansichten in derselben aus. Diese Ansichten waren einander vollständig entgegengesetzt.
Parrot, der eine dieser Arzte, welcher der Ansicht huldigte, dass die Rachitis eigentlich nichts anderes als hereditäre Syphilis sei, erklärte, dass diese Zahnanomalien bei rachitischen Kindern vorkommen, in der Rachitis ihren Grund haben und also stets mit heredit&rer Syphilis in Zusammenhang stehen. Parrot ging so weit, dass er, als man ihm einen Unterkiefer aus der Zeit der Merovinger zeigte, an dessen Vorderzähnen sich je zwei horizontale, rinnenförraige Erosionen fanden, kein Bedenken trug, diese Erosionen auf Rechnung der Syphilis zu Hchreiben und daraus den Schluss zu ziehen, dass sich die Syphilis bei den Menschen gefunden hat, die daraals in Frankreich gelebt haben.
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