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Artur Vestberg: Über die biologische Bedeutung der krankhaften Erscheinungen
12 NORD. MED. ARK., 1904, AFD. II, N:R 0. — ARTUR VESTBERG.
passung im obigen Sinne anzusehen sind, diirfte nicht sicher zu beantworten sein, bevor u. a. nicht ihr Auttreten in der Tierreihe o-enusend erforscht worden ist.
III.
Ich habe im Vorhergehenden hervorzuheben gesucht: erst in grösster Kärze vom Gesichtspunkt der Evolutionslehre aus die Mögliehkeit einer pathologischen Anpassung, dann vom Ståndpunkt der Pathologie aus in einer Reihe von Fallen die Notwendigkeit, in anderen die Möo;lichkeit eine solche Anpassung anzunehmen. Gemäss dem Gedankengang, den ich zu entwickeln g-esucht, nehmen die krankhaften Veränderuno-en mit gewissen Einschränkuno;en eine analog-e Stellun*»; zur oro-anischen Entwicklung ein, wie die physiologischen. Fiir die Klarstelluno; der biolojjischen Bedeutuno- der ersteren bleibt mir also ubrig- zu sägen, wie ich mir den Unterschied zwischen diesen beiden Arten von Anpassung, der physiologischen und der pathologischen, vorstelle.
Ich muss da zunächst betonen, dass, was sie unterscheidet, nicht Ubergänge zwischen ihnen auszuschliessen braucht. Uberall, wo es sich um Verhältnisse in der Natur handelt, finden sich unmerkliche Ubergänge zwischen fiir unsere Auffassung verschiedenen Erscheinungen. Die Natur schematisiert nicht, und unsere Klassifizierung der Erscheinungen ist stets mehr öder weniger kiinstlich. Unsere Begriffe und Definitionen sind schematische Abstraktionen. Wir sehen und miissen die Dinge vom Gesichtspunkt unseres menschlichen Erkonntnisvermögens aus sehen, sie sozusagen Sti"ick fiir Stiick crkennen. Erst s{)riter imd nur allmählich wird uns ihre Stellung im Naturzusammenhange klar. Wenn wir allcs zu sammeln und zu sondern suchen, das unter einen Begriff, den wir uns gemacht, z. B. pathologische Erscheinung», gehört, so finden wir, dass der Gesichts))unkt zu einseitig war, dass die Natur nicht die Grenzen respektiert, die wir gesteckt, sondern dass sie -Pathologisches) und >PhysiologischeS' zusanimenfliessen lAsst. So vcrschiedcn die pathologischen LcbenscrscluMnungen in ihren Extremen fur ujis von den physiologischen siml, ist zwischen beiden doch nirgends eine K luft errichtet. Uberall wird die (jrcnzlinie willkiirlich. w<'iui wir aiif dir Ubergänge Kucksicht nehmen.
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