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Artur Vestberg: Über die biologische Bedeutung der krankhaften Erscheinungen
DIE BIOLOG. BEDEUTUNG DER KRANKHAFTEN ERSCHEINUNGEN. 13
Das letzte grosse Ergebnis der experimentellen Pathologie ist die Entdeckung des wunderbaren Verrnögens des Organisnius zu hesondereu Sch.ntzrealdionen gegen allerhand eiugefuhrte fremde organische Stoffe, wie verschiedenartige Zellen, gelöste Eiweisskörper, Schutzstoffe anderer Tiere, indem gewisse Körperzellen einen jedem eingefuhrten Stoft' entspreclienden Schutzstoft" hervorbrino-en. Diese Entdeckung hat eine Feinheit in der Anpassiing der Schutzfunktionen dieser Körperzellen gegen Krankheitsursachen dargetan, von der man vorher wolil keine Ahnung hatte. Ist nun dieses Reaktionsvermögen das Resultat einer besondereu pathologischen Anpassung, verschieden von der physiologischen? Ehrlich, der mit seiner genialen Seitenkettentheoric) so viel Klarheit in die Auftassung dieser ver-Avickelten Reaktionserscheinungen gebracht hat, hat eine solche Annahrae nicht fiir notweudig erachtet. Er erklärt die spezifischen Reaktionen der Zellen o-egen resorbierte frenide Stoffe aus ihrer Ernährungsfunktion, aus ihrer Anpassung zur Assimilation verschiedener Nahrungsstofte.
Es herrscht eine augenfällige Verwandtschaft zwischen dieser Auffassung und der Auffassung Metschnikoffs von der Phagocvtose bei dem einzellif>;en Tier, nicht als einer besonderen pathologischen Abwehrfunktion sondern als einer allgemeinen nutritiven Funktion. In beiden Fallen ist es eine und dieselbe Anpassung, die in ihren Wirkungen teils in das Gebiet des Physiologischen, teils in das des Pathologischen fällt. In ihrer weiteren Evolution aber wird die Phagocvtose nach Metschnikoff, durch Arbeitsteilung bei den Zellen in dem mehrzellio;en Tier, bei einig-en Zellen eine pathologische Schutzanpassung und bei anderen eine physiologisch nutritive. Ebenso muss das Herauftreiben der spezifischen Schutzreaktion gegen in den Org-anismus eing-efiihrte Stoffe, wie es bei der Immunisierimg gegen diese zustandekommt, als eine (individuelle) pathologische Anpassung betrachtet werden.
Die Kräfte und elementaren Reaktionen, die in pathologischen Schutzfunktionen enthalten sind, stammen wohl stets aus dem physiologischen Leben, und sie diirften auch in ausgeprägt pathologischen Prozessen im Grunde nichts Anderes als diejenigen sein, die normalerweise — wenn auch in mehr unmerklichem Grade — noch immer dem Organismus zu Gebote stehen. Auch hier ist die Festsetzung; absoluter Grenzen
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