Sida 507
Tandskador vid förvärvad syfilis
FEIILERHAITE ZAHNRILDUNG BEI KRVVORBEKER SYPfllMS. 17
ausgetragener Kinder, die bald nacli der Geburt sterbeu, sind ja die Regel.
In dieser Familie haben wir nicht eine einzige Fehlgeburt anzuzeichnen. Zwar wurde ein Kind, 4 Jahre nach unserem Patienten, todt geboren ; dasselbe war aber ausgetragen und starb eret in den letzten Minuten der Entbindung (in Folge, wie die Mutter angiebt, einer Nachlässigkeit der Hebamme). Vor meinem Patienten ist ein Kind und in den nächsten Jaiircn nach ihui sind drei Kinder geboren worden; alle disse Kinder leben und sind vollständig gesund.
AUes dieses spricht ja ganz sicher dafCir, dass hereditäre Syphilis sich nicht in der Familie findet; dass mein Patient nicht an hereditärer Syphilis gelitten hat, dafiir känn ja auch die völlig gesunde Beschaifenheit seiner ersten Mahlzähne sprechen.
Fiir die Wahrscheinliciikeit, dass die Angabe der Mutter betreffs der Zeit der Uebertragiuig der syphilitischen Krankheit auf unseren Patienten richtig ist, spricht sehr die Beschaffenheit seiner Zahnveränderungen. Wahrscheinlich ist er, wie die Mutter glaubt und angiebt, ini Alter von ungefähr 3 — 4 Monaten angesteckt worden. Als er ungefähr sechs Monate alt war, ist die Syphilis constitutionell geworden und die dadurch verursachte Störung in der Nutrition hat dann angefangen auf die gerade zu dieser Zeit stattfindende Ossification der Spitzen der Schneide- und Eckzähne nachtheilig einzuwirken, wogegen sie keine Veränderungen in den ersten Mahlzähnen, die schon zum grossen Theile entwickelt und ossificirt waren, hervorzurufen vermochte.
Wir haben also nicht den geringsten Grund, die Angabe der Eltern zu bezweifeln, dass hier ein Fall von erworbener Syphilis vorliegt. Höchst ungewuhnlich ist es, dass sich gleichwohl eine solche Augenaffection und solche Zahnveränderungen finden, wie wir sie bei hereditärer Syphilis sehen.
Was den Verlauf der Leiden meines Patienten anlangt, so ist derselbe ganz der gleiche wie bei hereditärer Syphilis gewesen. Bei einer kräftigen antisyphilitischeu Behandlung (Ueberstreichungen mit Mercurialsalbe) verschwand die Periostitis bald. Die Zahnanomalien bestelien natiirlicherweise fort und werden dieses auch thun, bis daa nicht mit Email bekleidete Dentin der afficirten Zähne abgenutzt ist; dieses ist während der Zeit, welche der Patient im Krankenhause gelegen
Nord. med. arkiv. Arij. 1895. 2
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