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Nordische medicinische Literatur 1905
2 NORD. MED. ARK., 1905, AFD. II. N:R 12. -- LITERATUR.
von Nordamerika unter der Leitung Atwaters angewendet worden sind, drei Untersuehungen betreffs der Xahrung bei Studenten, Landleuten und städtischen Arbeitern angestellt. Die erste Untersuchung. welche Studenten betraf, geschah in der eigenen Speisewirtschaft derselben in Helsingfors, die zweite betraf eine landwirtschaftliche Scbule in Österbotten und die dritte Arbeiterfamilien in Wasa und Helsingfors. Verf. bringt die Resultate seiner Untersuehungen in einer Menge Tabellen zusammen und stellt sehliesslich eine Diskussion der Resultate der Untersuchung an, wobei er einen Vergleich zieht mit den Resultaten, zu denen Atwater in Amerika sowie Hultgrex und L.ANDERGREN in Scbweden gelangt sind. R- Sievers.
3 DAVID ANDERSSON (S.): Om vilsegående. (Irregehen.) Ilygiea 1905, s. 493-518.
Von der häufig gemachten Beobachtung ausgehend, dass Tiere,
wenn sie suchen, jagen öder gejagt werden, sicb in einem Kreise be-
wegen, und zum Teil im Anscbluss an Direktor Guldberg's Arbeit
(Schriften berausgegeben von der Gesellschaft der Wissenschaften in
Christiania, Math.-naturw. Klasse, X:o 4) und Professor Guldberg?s
Abbandlung (»Études sur la dyssymmétrie morpbologique et fonetio-
nelle chez l'homme et les vertébrés supérieurs», Festschrift der Uni-
versität Christiania an Seine Majestät den König Oscar II aus Anlass
des Regierungsjubiläuras 1897), worin der Kreisgang auf eine anato-
mische und funktionelle Asymmetrie der beiden Körperhälften zuriick-
geftihrt wird, teilt Verf. verschiedene interessante Experimente und
gelegentliche Beobachtungen an Menschen auf demselben Gebiet mit.
Die Experimente (13) sind so ausgefiihrt worden, dass Verf. seine
Versuchspersonen ein bestimmtes entferntes Ziel fixieren liess, ihnen
die Augen verband und sie dann auf das Ziel zugehen liess. Die
Versuche sind im Winter iiber freies Terrain (eisbelegten See) mit
diinner Schneedecke gemacht worden, teils gehend, teils auf Schlitt-
schuhen öder einen Schlitten schiebend. Sie bestätigten. dass auch
der Mensch eine ausgeprägte Neigung zum Kreisgang hat, dass dieser
aber, wenn er sein Gehen weiter fortsetzen känn, dbwechselnd nach
redds und links, doch in iiberwiegendem Grade nach der einen Seite,
abweicht. Die Beobachtungen sprechen dafiir, dass nicht die anato-
mische öder funktionelie Asymmetrie an und fur sich die Ursache
des Kreisgehens ist, sondern ein periodisch alternierendes Ubergewicht
der Muskeln (u. Nerven) der einen öder der anderen Seite, die beim
Gehen gewissen, funktionell zusammenwirkenden Muskelgruppen der
beiden Körperhälften angehören. Die Alternierung konnte auf einer
abwechselnd eintretenden grösseren Mudigkeit des Bewegungsapparates
der mehr angewendeten Seite beruhen. Im allgemeinen empfinden die
Personen einen Zug nach der Seite, von de?- sie abweichen: wenn
sie nach links abweichen, glauben sie statt dessen nach rechts zu
gehen _ selten weichen sie nach der Seite ab, nach welcher sie sich
gezogen fuhlen; sie behaupten den Zug in den Beinen zu fuhlen.
Éine° Versuchsperson, die einen Kinderschlitten gerade aus schob,
glaubte, dass dieser nach links abwiche und iing daher, um dies zu
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