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Nordiskt medicinskt arkiv 1905

Originalsida 445
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Nordische medicinische Literatur 1905

PATOLOGISK ANATOMI. BAKTERIOLOGI M. M.

Pathologische Aiiatoinie, allsreineine Pathologie und Bakteriologie: 1. Ulrik Quexsel: Ein Fall von Struma accessoria baseos lingua. — 2. Joh. Almkvist und I. JuNDELL: Zur Frage der Spirochaete pallida und Syphilis. — 3. Vilh. JEXSEN : Uber den Fund von Spirochaete pallida. — 4. Halfdan Holth: Einige Faecesuntersuchungen besonders in Hinsicht auf die Typhusdiagnose.

1. ULRIK UUEXSEL (S.): Ett fall af Struma accessoria baseos liug-uae.

(,Ein Fall von Struma . . .). Upsala läk aref ören. förhandl., N. f. bd. 10, 1905, s. 393-399.

Die Patientin, eine 30-jährige Frau, bemerkte erst 10 Wochen vor ihrer Aufnahme ins Krankenhaus einen Tumör am Zungengrunde, der dann schnell an Grösse zunahm. Der Tumör batte nur geringe Beschwerden verursacbt. Bei der ärztlichen Untersuchung wurde eine pflaumengrosse Gescbwulst an der Zungenbasis, in der Mittellinie, dicbt oberhalb der Epiglottis wahrgenommen; dieselbe war weich, etwas elastiscb. Die Schilddriise war von normaler Grösse. Der Tumör wurde durcb Operation entfernt. Xoch fast 2 Jahre nach der Operation ergab die Untersuchung am Platze des entfernten Tumörs völlige Heilung und keine Zeicben eines Recidives.

Bei der mikroskopischen Untersuchung zeigte der Tumör uberall die Struktur einer Struma der Schilddriise von in den verschiedenen Teilen etwas wechselndem histologischem Bau. Man sieht also in der Gescbwulst einerseits Partieen mit iiberwiegend soliden Epitbelsträngen öder kleinen, noch nicht kolloidhaltigen Follikeln und andererseits Partieen mit grösseren, bezw. ziemlich stark cystisch erweiterten, mit Kolloid gefiillten Follikeln. An vereinzelten Stellen hat der Tumör eine papilläre Struktur mit kleineren, getassfiihrenden Bindegewebspapillen, die mit zylindrischem Epitbel bekleidet in das Lumen der Follikeln hineinragen. Die Geschwulst i st grösstenteils von der Zungenscbleimbaut und der Zungenmuskulatur durcb eine Lage von fibrillärem, zellenarmem Bindegewebe getrennt. Stelleuweise aber dringt das Gescbwulstgewebe unregelmässig zwischen den Schleimdriisen der Schleimhaut hinein und stösst an vereinzelten Stellen dicht an das Oberflächenepithel derselben. An einigen Stellen findet man auch vereinzelte Epithelstränge der Gescbwulst zwischen den Muskelfasern der angrenzenden Zungenmuskulatur. Die Geschwulst zeigt also stelleuweise eine, wenn auch sehr geringe Tendenz, die angrenzende Muskulatur und Sehleimhaut zu intiltrieren. An der Mitte des Tumörs war in der bekleidenden Schleimhaut eine oberfläcbliche Erosion vorhanden.

Die Genese der Zungenstruma iiihrt der Vert', auf Keste des Ductus thyreoglossus zuruck. Ans der Literatur siml dem Verf. noch 22 Fallen dieser Geschwulstart bekanut.

Autoreferat aus Uppsala läkare/ören. förhandl.

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