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Johan Ludvig Runebergs hundraårsminne: festskrift den 5 februari 1904

Originalsida 103
Originalsida 103
Originalsida 102
Originalsida 103
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Sida 103

Runeberg in Deutschland, af Wolrad Eigenbrodt

RUNEBERG IN DEUTSCHLAND.

mit Ausnahme der des König Fjalar von Ida Meves) galt es einen Verleger zu suchen. Man hatte doch wohl denken sollen, dass nach so herrlichen Werken wie Runebergs Dichtungen viele Verleger ihre Hände ausstrecken wUrden, Aber es kam änders. Etwa 15 Verleger sandten mir das Manuscript zurOck, meist umgehend, ohne dasselbe gelesen zu haben. Die Begleitbriefe enthielten entweder die Bemerkung, dass der betreffende Verlag mit Unternehmungen tiberladen sei, öder Motivierungen wie folgende: das Publicum interessiere sich nicht mehr fQr Poesie, der Hexameter sei immodem, Runeberg sei in Deutschland ganz imbekannt, ein buchhändlerischer Erfolg sei ausgeschlossen etc.

Es war mir allmählich zur Pein geworden, die Werke eines so grossen Dichters wie eine Marktwaare vergebens auszubieten. Da riet mir bei einem gelegentlichen Besuch in Karlsruhe Professor Paul, ich soUe das Manuscript an seinen Verleger Max Niemeyer in Halle senden. Ich that dies, und Niemeyer war der erste Verleger, der das Manuscript wirklich grtindlich las. Er schrieb mir am 8. Mai 1890:

«Ich habe, wie ich versprach, jede freie Stunde benutzt und mich mit Runeberg beschäftigt. Ich känn nur sägen, dass ich Ihr Urtheil Uber die Dichtungen bestätigt gefunden habe, ob aber der Dichter beim Publikum grossen Anklang linden wird, dariiber bin ich zweifelhaft. Fest davon iiberzeugt bin ich, dass er seine Gemeinde iinden wird, diese aber wird nur klein sein, da die grosse Masse nicht so sehr auf die Schönheit und Reinheit einer Dichtung sieht, sondern auf den spannenden Inhalt. Was die Nerven kitzelt, die Phantasie ins Ungeheuerliche steigert, das hat einen grossen Abnehmerkreis, aber das wirklich Schöne wird beiseite gelassen. Das ist meine Erfahrung als Sortimenter hier in Halle. Täuschen känn ich mich hierin, als Verleger habe ich dergleichen bis heute nicht gebracht, es fehlt mir desshalb ein sicheres UrtheiL Ich stehe desshalb dem Untemehmen etwas unentschlossen gegentiber. Ich gestehe es offen. Lassen Sie mir noch einige Zeit, so möchte ich das Manuscript einem mir befreundeten Litteraten vorlegen und sein Urteil anhören ...»

Trotz solcher Bedenken nahm Herr Niemeyer das Werk in Verlag, und nachdem es im November desselben Jahres ausgegeben worden war, konnte er mir am 31. December folgende hocherfreuliche Zeilen senden:

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