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Harald Ernberg: Studien über chronische Nephritis
2 NORD. MED. ARK., 1905, AFD. II, N:R 3. — HARALD ERNBERG.
I.
Tersuche mit minimalem Stickstoffumsatz.
Die Frage von der diätetischen Therapie bei Nephritis und speziell der Eolle, die das Eiweias in derselben spielen muss, ist z. Z. aktuell. Aus mehreren Grunden scheint eine Verminderung des Eiweisses unter gewissen Umständen indiziert zu sein.
Untersuchungen dariiber, wie die Funktionen der Nieren bei Nephritis und die Symptomatologie der Krankheit sich bei einer extremen Verminderung des Eiweissumsatzes gestalten, liegen meines Wissens nicht vor, sind aber in mehreren Beziehungen wiinschenswert. Ein stark verminderter Eiweissumsatz birgt eine Veränderung im Haushalt des Organismus von sehr eingreifender Art in sicb: die Menge der stickstoffhaltigen Umsatzprodukte und die Arbeit der Nieren wird verringert, aber der Reiz, den diese Stoffe auf die secernierenden Elemente der Nieren ausilben, nimmt auch ab. Wie kommen diese Umstände zum Ausdruck in Bezug auf Diurese, Ödembildung, Stickstoffelimination, Albuminurie, urämische Symptome etc.? — Eine Kenntnis hiervon scheint mir eine der Bedinounsfen zu sein, um die Frage von der Bedeutung des Eiweissumsatzes bei Nephritis beurteilen zu können.
Mit diesen Versuchen habe ich also keine direkte therapeutischc Studien in der Meinung, dass die Diät, welche ich gab, die zweckmässigste sein sollte, bezweckt. Aber aus dem Gesichtspunkte, dass eine erweiterte Kenntnis von der Symptomatologie der Nephriten bei verschiedenen diätetischen Bedingungeu notwendig ist fur eine rationelle Diätetik, können die Versuche auch vora therapeutischen Gesichtspunkt aus von Interesse sein.
Verschiedene Untersuchungen haben in den letzten Jahren die Auffassung von der Stellung des Eiweisses im Haushalt des Organismus geändert, und Versuche mit eiweissarmer Diät unter gewissen pathologischen Verhältnissen sind nunmehr teils in ganz anderer "Weise als frliher berechtigt. teils haben sie auch einen festeren physiologischen Ausgangspunkt.
Die Arbeiten von Hirschfeld12 u- 13), Klemperer17), Pe-SCHEL36), Sivén42) u. a. zeigten, dass ein gesunder Mann
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