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Nordiskt medicinskt arkiv 1905

Originalsida 111
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Sida 111

Harald Ernberg: Studien über chronische Nephritis

STUDIEN UB. CHRONISCHE NEPHRITIS. 6

sich mit einer bedeutend kleineren Quantität Eiweiss in der Nahrung in Stickstoffgleichgewicht halten känn, als was man fruher angenommen hatte. Klemperer erzielte in seinen Versuchen Stiokstoffgleichgéwicht mit 33 Gm. stickstoff hal tiger Substanz aber gleichzeitig einer sehr reichlichen Menge Fett und Kohlehydrat, so dass die totale Kraftzufuhr sich auf etwas iiber 70 Cal. per Kilo Körpergevvicht belief. Hirschfeld und besonders SlVÉN wiesen nach, dass Stickstoffgleichgewicht mit. einer Energiezufuhr erzielt werden konnte, die 40 Cal. unbedeutend iiberstieg und mit nur ungefähr derselben Quantität Stickstoff in der Nahrung, demnach einer viel niedrigeren Ziffer als die VoiT'sche Normalziffer, 118 Gm. Eiweiss. Diese Untersuchungen ergaben, dass der Organismus bei diesem niedrigen Eiweissgehalt in der Nahrung, wenn er nach einigen Tagen ins Gleichgewicht gekommen war, von seinem eigenem Eiweiss nichts zu verlieren brauchte, wenn der Calorienbedarf im iibrigen mit Fett und Kohlehydrat gedeckt wurde, die nicht gerade in unerhurten Quantitäten eingefuhrt zu werden brauchten.

Landergrex 22) faud die kleinste Menge Stickstoff, die notwendigerweise fur den täglichen Umsatz erforderlich war, das »Stickstoffminimum», auf einem anderen Wege. Er ginir von folgendem Gedankengang aus: wenn es möglich wäre, die zu^efiihrte Eiweissmense auf 0 zu reduzieren in einer Kost, die im iibrigen dem Körper eine reichliche Menge Energie in stickstoff-freiem Material bote, so wurde der Stickstoffumsatz, nach dem Stickstoffverlust im Harn beurteilt, bei einem solchen Experiment einen Begriff von der Grösse der geringsten Stickstoff- respektive Eiweissmenge gewähren, die der Organismus notwendigerweise zur Aufrechterhaltung der Lebensfunktionen umsetzen muss. Eine absolut stickstoff-freie Kost stellte sich praktisch als unmuglich zu erhalten heraus, und die Versuche wurden daher mit einer so weit möglich stickstoffarmen solchen gemacht, und es zeigte sich, dass das Vorhanilcn.-ein von 1 öder 2 Gm. Stickstoff in der Kost den Verlauf des Stickstoffumsatzes äusserst unbedeutend beeinflusste. In sechs Versuchen zeigte Landergren, dass sehr bald ein minimaler Eiweissverbrauch entsteht, indem der Miuimalwert der Stickstoffausscheidung bereits am 4ten Tage nahezu erreicht ist. Ein gesunder Mann wurde dann nicht mehr als o — 4 Gm. Stickstoff umsetzen, d. h. einen Wert, der recht gut mit den zuvor erwähnten Untersuchuno;en iiber die o-eringste Menije Eiweiss in

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