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K. Thiis: Ein Fall von Tumor mediastini
12 NORD. MED. ARK., 1905, AFD. II, N:R 4. — K. THIIS.
nämlich einen Fall von einem kolossalen Mediastinalsarkom bei einem 54 Jahre alten Manne beschrieben1), bei dem der physikalische Befund iiber den Lungen im grossen und ganzen recht genau mit dem Lungenbefund bei unserer Patientin stimmte. Er bemerkt als diagnostisch wichtig gegeniiber Pleurageschwulsten, dass der tympanitische Ton in dem halbmondförmigen Ranm nicht verringert ist, und dass trotz der Dämpfung abwärts an der linken Riickfläche Respirationsgeräusch doch — wenn auch schwach — an dieser Stelle hörbar ist. Dies war auch. bei der vorliegenden Patientin der Fall, und wie es scheint ist auf diesen Umstand Gewicht zu legen, der fur einen Mediastinaltumor zu sprechen scheint.
Diese Mediastinaltumoren sind im ganzen selten und kommen jedenfalls nicht häufiger vor, als dass man den einzelnen Fall referiert findet. Alle Gewebe im Mediastinum können Ausgangspunkt dieser Geschwiilste sein. Am häufigsten sind es Drösen und Thymusreste, seltener Fett, Bindegewebe öder ein dislocierter Lobus einer Gland. thyreoidea; bisweilen sind sie syphilitisch2). Das Mediastinum anticum ist der häufigste Ausgangspunkt. seltener das Mediastin. posticum. Sie kommen am häufigsten bei Männern in einem vorgeschritteneren Alter vor, indem Männer sich zu Frauen verhalten sollen wie 2,4 : 1. Doch können sie auch — wenn auch seltener — bei jungen Frauen gefunden werden. So erwähnt Professor Anderson3) als einen »äusserst seltenem Fall eine maligne Mediastinalseschwulst bei einer 20 Jahre alten Frau.
Von den gutartigen Tumoren trifft man das Lipom und das Fibrom am wenigsten häfig, etwas häufiger die Zysten, vornehmlich die Dermoidzvsten, welch letztere ziemlich gross werden können und denselben Inhalt haben wie die Dermoidzysten anderswo. Diese können auch in pathologisch-anatomishcer Hinsicht auf dem Ubergang zu den malignen Neubildungen stehen. Eine solche Ubergangsgeschwulst ist unter der Bezeichnung »teratoma myomatodes mediastini» von Virchow4) beschrieben wor-
x) Deutsche med. Wochenschrift 1896.
2) Als em Uuicuui erwähnt Prof. Scheithauek (Wiener mediz. Blätter 1893) einen isolierten, mihezu mannskopfgrossen Tumör bei einem 23-jährigen Sohuhmacher, vvo die mikroskopische Untersuehung zeigte, dass derselbe Lungengewebe (mit Flimmerepithel bekleidete bronchiektatische Zysten) von einem im Fötalleben abgeschniirten Lungenlobus enthielt.
3) British medical journal, 1894.
4) Viecho\v"s Archiv Nr. 53.
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