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Nordiskt medicinskt arkiv 1905

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K. Thiis: Ein Fall von Tumor mediastini

EIX FALL VON TUMÖR MEDIASTIXI. 13

den bei einem 22-jährigen Mann, wo die Geschwulst ungefähr dieselbe Grösse hatte wie bei unserer Patientin.

Indessen bilden die malignen Mediastinaltumoren die Qberwiegende Mehrzahl, speziell das Sarkom, dessen häufigster Ausgangspunkt die Drösen sind. Indessen sollen naek Josefsox (zitiert in Eulexburg's Realenzyklopädie) ein gutes Teil dieser Fä lie garnickt öder unzulänglick mikroskopisck untersuckt sein, und er bemerkt. dass er unter 4(> Fallen von Carcinoma mediastini nur 5 — 6 gefunden habe, deren Diagnose eine scharfe Kritik vertragen könnte. Es wird doch manchesmal Bchwierig sein. sowohl bösartige von gutartigen Geschwiilsten zu unterscheiden als auch Sarkom von Carcinom zu sondern. So wirft Fraxz Riegel1), der eine grössere Statistik uber Mediastinaltumoren geliefert hat, Sarkom und Carcinom zu einer Gruppe zusammen. Xach Ausschluss der in anatomischer Richtung zweifelhaften. hat er 42 Fälle, von denen 33 malign (Carcinom öder Sarkom), 4 Fibrome und 5 Dermoidzysten sind.

Manche dieser Tumoren können, wenn sie klein sind, völlig symptomlos sein und demnach zufällige Funde auf dem Sektionstisch werden; aber sie können auch ziemlich gross werden, bevor sie zu deutlichen Symptomen Anlass geben. Der Pat. känn nur das Gefiihl von einem Druck uber dem Sternum öder — wie in unserem Falle — Schmerzen durch die Brust nach der Schulter hinauf haben. und es kanu daher länge dauern, bevor diese Kranken den Arzt öder das Krankenhaus aufsuchen. Es ist jedoch selten, dass der Tumör solche Grösse erreicht v>ie bei dieser Patientin, ohne mehr ausgesprochene Symptome hervorzurufen. indem die Geschwulst hier nahezu die ganze linke Brusthälfte einnahm, bevor die Symptome sie nötigten, ärztliche Hitlfe zu suchen.

Indessen kommt es vor, dass diese Personen nach einer kiirzeren öder längeren symptomfreien Periode plötzlich kränk werden und binnen kurzer Zeit sterben. So erwähnt Litten2) ■einen Dachdecker, der — zuvor völlig gesund — plötzlich bei der Arbeit kränk wurde und im Laufe von 8 Tagen eine zunehmende Anschwellung von Hals und Gesicht (8 — 10 Cm. dicker) mit stärker Cyanose, speziell der Ohren. die pnaumenblau waren, aufwies; es kamen Dyspnoe und Erweiterungen der Venen auf der Brust mit rechtsseitigem Pleuraexsudat und

M Virchow's Archiv. Band 49.

2) Deutsche med. Wochenschrift 1894.

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