Tillbaka Read Runeberg

Nordiskt medicinskt arkiv 1905

Originalsida 156
Originalsida 156
Originalsida 156
Originalsida 157
156–157

Sida 156

Nordische medicinische Literatur 1905

8 NORD. MED. ARK.. 1005. AED. II. N:R 5. — LITERATUR.

wérden, wenn sie friscke Xahrungsmittel erb alten. Möglicherweise känn man daher in der bei der Hermetikberstellnng angewendeten starken Erhitzung eine Ursache haben ähnlich dem, was man bei Barlow's Krankheit nach dem Genuss von sterilisierter Milen gefunden bat. m. a. W. die Sterilisierung fubrt einen Defekt von spezieller Art berbei, der schädlicb auf den Organismus einwirkt.

Verf. geht hierauf dazu tiber die Infektionstheorie zu besprechen. Abgeseben von den vielen Fallen von Scbiffs-Beriberi, die nicht zur »echten» Krankbeit gebören, meint Verf., dass die Bedeutnng der Kost an sich sekundärer Art ist, und dass daher das häufige Auftreten der Krankbeit unter Lenten, die zusammen wohnen, auf einem Infektionsstoff beruhen muss. Hierfiir spricbt die Zunabme der Krankbeit z. B. in Japan und Brasilien, das Auftreten derselben in einzelnen Distrikten öder Quartieren in einer und derselben Stadt, trotz der gleichartigen Lebensweise der ganzen Bevölkerung, und ferner der fehrile An fång derselben. Der Einwand, dass die Krankheit nicht von einem Individuum auf das andere iibertragen werde. ist nicht immer stichhaltig, indem man den Ausbruch der Krankheit an zuvor Beriberi-freien < »rten bei Landung von Beriberi-Patienten (Xeu-Kaledonien und die Xeuen-Hebriden) beobachtet hat, wie man gleichfalls auch andere Beispiele von Ubertragbarkeit gesehen hat (durch Kleidungsstiicke, an Bord von Schiffen u. s. w.) und vor allem eine Epidemie auf der Insel Diego Pereira, referiert von MANSON. Dass man keinen Anste<kunLrsstoff hat nackweisen können. ist ein Einwand, der selbstredend von keiner entscheidenden Bedeutung ist. Ein anderer Einwand gegen die Infektionstheorie ist, dass man kein Beriberi bekommt, ohne dass man sich etwas längere Zeit hindurch dem krankheiterregenden Agens aussetzt; Beobachtungen von der Malaeca-Halbinsel von Wright scheinen dies indessen zu wiederlegen, wenn auch die Jnkubationszeit; in der Regel sehr läng ist. Ferner scheint es, als ob man (Pekelharing und Winkler) zu wiederholten Målen infiziert werden miisste um Beriberi zu bekommen.

Der wichtigste Einwand gegen die Infektionstheorie ist der, dass Beriberi-Patienten auffallend schnell besser werden, wenn sie in einem friihen Stadium der Krankheit von dem Örte fortgeschafft werden, wo sie angegriffen wurden.

Die Anhänger der Ernährungstbeorie gehen davon ans, dass dies auf der veränderten Kost beruht; Verf. dagegen halt die Wohnorts-Veränderung tur das wesentliche. da eine Veränderung der Kost am selben Aufenthaltsort nicht diese Wirkuiig hat. Man muss daher an eine Infektion denken, die freilich auf Xahrungsmitteln beruhen känn. die aber in der R.egel auf infizierten Wohnungen (cfr. Månsons Theorie iiber fliichtige toxische Stoffe) beruht. Grimm's Yermutung von einer wiederholten Infektion entspricht gut dem Umstande, dass man bei einem Wechsel des Aufenthaltsortes rasch besser wird.

Im ganzen genommen meint Verf., dass die Infektionstheorie die meisten Tatsachen zu erklaren im Stande ist. weshalb er diese fur die wahrscheinlichste halt. Um so grösser wird diese Wahrscheinlicbkeit. sofern man davon ausgeht. dass der Infektionsstoff in grossem

Källa: Internet Archive ·