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Johan Ludvig Runebergs hundraårsminne: festskrift den 5 februari 1904

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Runeberg in Deutschland, af Wolrad Eigenbrodt

RUNEBERG IN DEUTSCHLAND.

ganze schwedische Literatur zu schreiben. So begann ich im Jahre 1888 Runebergs epische Dichtungen zu (Ibersetzen. Ich wohnte damals in Freiburg i Br., und es war för mich wertvoU, dort unter meinen näheren Bekannten hervorragende Männer zu haben, die an meiner Uebersetzungsarbeit ein freundliches und lebhaftes Interesse nahmen. Es waren dies Professor Hugo Elard Meyer, der Mytologe und Herausgeber von Jacob Grimms Nachlass; Professor Hermann Paul, der Verfasser der «Prinzipien der Sprachgeschichte» und Herausgeber des Grundrisses der germanischen Philologie, und der Rechtsgelehrte Professor Karl von Amira; allés Männer, deren Forschungsgebiete den skandinawischen Norden mitumfassen und die dort gekannt und geschätzt sind.

In Professor Meyers gastlichem Hause las ich einigemale aus Fähnrich Ståls Erzählungen vor, unter lebhafter Theilnahme der Zuhörer. Dieselben empfanden, ihren Aeusserungen nach, sofort, dass es sich hier um ein Werk von ganz eigenartiger Bedeutung und Grösse handele. Dazu bot das Erscheinen einer fremdartigen Kultur einen ungewohnten Reiz. Von tiefer Wirkung waren besonders Der Wolke Bruder und Döbeln bei Jutas.

Unter den Zuhörern befand sich ein älterer Student, namens Hoops. Ich traf denselben nach Jahren wieder, als er Professor för Englisch an der Universität TQbingen geworden war. Er erzählte mir, dass ihm Runeberg seit jener Vorlesung teuer geworden sei und dass er oft in seinen Kreisen aus der Uebersetzung vorgelesen habe.

Professor Paul war ein Mann, der das Schweigen ebensogut verstand, wie Ernst Curiius und Moltke. Besonders gut schwieg er, wo er nicht zustimmen konnte, und wo er zustimmte, sprach er sein Urteil meist knapp und zuröckhaltend aus. Es war mir darum besonders erfreulich, dass er, nachdem er sich das Original von Fähnrich Ståls Erzählungen angesehen hatte, sich wohl kurz, aber mit imgewöhnlicher Wärme (Iber das Werk aussprach und lebhaft hinzufClgte, er sei tlberzeugt, dasselbe werde in Deutschland grossen Beifall finden. Paul nahm auch Interesse an der metrischen Seite meiner Uebersetzung, um so mehr, als er damals selbst seine Deutsche Metrik fQr den Grundriss schrieb. Er hatte die Freund-

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