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Johan Ludvig Runebergs hundraårsminne: festskrift den 5 februari 1904

Originalsida 7
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Originalsida 6
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Der Dichter und sein Volk, af Rudolf Eucken

DER DICHTER UND SEIN VOLK.

Programme aber bedeuten in diesen Dingen wenig, es li^ allés däran, dass die innere Verbindung von Dichter und Volk wirklich zu Stande komme; das aber hat seine festen Bedingungen, es verlangt eine Vereinigung hervorragender Eigenschaften, die nicht leicht Hand in Hand gehen. Vor allem muss der Dichter, der das Leben seines Volkes zur Aussprache bringen will, eine grosse Weite des Denkens und Empfindens besitzen. Was immer sein Volk erfährt und untemimmt, was es liebt und was es leidet, Ernst und Scherz, Streben und Schicksal, das muss der Dichter, in dem es sich ktlnstlerisch gestalten soU, wie ein eignes Erlebniss miterleben. Das aber geschieht bei Runeberg in bewunderungswQrdiger Weise. Er begleitet sein Volk in seine Arbeit und in seine Sorgen, in den stillen Frieden des Hauses und in die Aufregungen des Krieges, er wördigt den tiefen Ernst des menschlichen Daseins, aber er unterdröckt in keiner Weise Frohsinn und Schalkhaftigkeit, zu tiefreligiöser Denkweise gesellt sich eine herzliche Freude an allem Guten und Schönen der sichtbaren Welt. Verschiedene Wege zur einen Wahrheit, verschiedene Lebensformen innerhalb der einen gemeinsamen Welt werden bereitwillig anerkannt Und wie die Mannigfaltigkeit des Menschenlebens, so geht auch die Natur mit aller FtlUe ihrer Ausserungen ungebrochen in die Welt des Dichters ein: ihre herbe Grösse, ihr gewaltiger Ernst, ihre wilde Unendlichkeit, ihr rauhes Eingreifen in das menschliche Geschick, aber auch ihr unerschöpfliches Leben, ihr stiller Abendfrieden, ihr Sonnenglanz durch Nebel hindurch, ihr Sprechen zur menschlichen Seele. Dem Menschen tlberlegen und seinem Streben feste Schranken setzend, wird sie ihm doch nicht zur Feindin, sondem sie stählt seine Kraft, sie läutert seine Geföhle, sie gibt seinem ganzen Leben Grösse und Weihe. Welche Elastidtät des Geistes, welche Weite des Herzens, welche Frische des Empfindens musste der Dichter haben, um so verschiedenen Eindröcken gleiche Empfänglichkeit entgegenzubringen, um alle diese Erfahrungen seines Volkes in eigne Erlebnisse zu verwandeln!

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