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Johan Ludvig Runebergs hundraårsminne: festskrift den 5 februari 1904

Originalsida 8
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Sida 8

Der Dichter und sein Volk, af Rudolf Eucken

RUDOLF SUCKEN.

Aber diese VorzQge enthalten, allein fttr sich betrachtet, gewiss auch eine Gefahr, die Gefahr einer Zerstreuung an die Mannigfaltigkeit, eines Hinundhergeworfenwerdens zwischen verschiedenartigen Strebungen iind Stimmungen. Jener zuströmenden Folie musste eine festgegrttndete Einheit widerstehen, wenn die mannigfachen Zöge sich zu einem charaktervollen Gesamtbilde vereinigen sollten. Das aber ist bei Runeberg in Wahrheit geschehen. Er ist eine durch und durch kraftige, kemhafte Persönlichkeit, die allén bunten EindrQcken gegenQber ihr eignes Wollen und Wesen aufrechterhält, die sich nicht an die Dinge verliert, nicht zwischen weichen und träumerischen Stimmungen wechselnder Art hin und her schwankt, die vielmehr allés in Tat verwandelt, allés auf den öberlegenen Mittelpunkt der eignen Art bezieht und däran misst, die zugleich allés Mannigfache zusammenhalten und einem Gesamtbilde einfögen känn. Nichts bezeugt deutlicher die männliche Selbständigkeit Runebergs, als dass er selbst im Gebiet der Religion nicht von ihr lassen will. Wer die Worte sprach «Gottes Geist, wenn er seine Bilder formt, liebt nicht das Wachs, sondem den Marmor. Er duldet Widerstand und Harte, denn er will, dass das Bild, wenn es fertig ist, fQr die Ewigkeit daure», bei dem wird auch die Kunst einen männlichen Charakter trägen, bei dem wird sie ein Bewältigen der Dinge, kein Dahintreiben mit ihrem wechselnden Strome.

Aber auch dieser Vorzug war nicht ohne Gefahr; die Aufbietung der Kraft konnte zur Harte, zu einem Unrecht gegen die Dinge werden, wäre nicht mit ihr eine echte Liebe verbunden gewesen, welche gestattete, die Dinge in den eignen Daseinskreis aufzunehmen ohne ihre Besonderheit zu zerstören. Eine solche Liebe aber ist ein Grundzug von Rimebergs Wesen und Wirken. Zum Preise der Liebe, die alle Verbitterung, allén Hass auflöse, die sich aus der Begrenzung des blossen Selbst hinaussehne nach Obereinstimmung mit anderen, ja mit der Unendlichkeit, hat Runeberg herrliche Wörte gesprochen. Und diese Worte sind nur der Abglanz seines innersten Wesens, das Menschen wie Dinge mit jener

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