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Johan Ludvig Runebergs hundraårsminne: festskrift den 5 februari 1904

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Der Dichter und sein Volk, af Rudolf Eucken

DER DICHTER UND SEIN VOLK.

tätigen Liebe umfing, die ganz mit den anderen lebt, xinverdrossen von der Oberfläche zum Keme vordringt^ auch das Geringste nicht missachtet, öder vielmehr die Unterschiede aufhebt, durch welche die flache Alltagsansicht die Welt spaltat. Niemand bedarf solcher Liebe, solcher inneren Aneignung fremder Lebenskreise mehr als der Dichter. Denn er wttrde zwischen einer seelenlosen Schildenmg der äusseren EindrQcke und einer Subjektivierung aus blosser Laune und Stimmung hin und hergeworfen, gäbe ihm nicht jene Liebe das Vermögen, aus dem Innem der Dinge heraus zu schaffen, sie zur Aussprache ihres eignen Wesens zu bewegen, ihnen ihre innerste Seele abzulauschen. Damit erst gewinnt die dichterische Arbeit jenen gegenständlichen Charakter, auf den ein Goethe so stolz war.

Weite, Kraft, Liebe erzeugen in ständigem Zusammenwirken bei Runeberg ein starkes und reiches Leben; kein Wunder, dass er sich dieses Lebens freut imd sich in seinem Besitz tlber alle Unvernimft des Daseins sicher hinausgehoben fOhlt. Nichts ist fOr Runeberg charakteristischer als die jugendliche Freudigkeit, die Lust am Leben imd Sein, die sein ganzes Wirken durchdringt. So wird ihm das Leben ein hohes Gut, so känn er die Freude am Sein das Älteste, die Angst vor dem Nichtsein das Zweitälteste in der Welt nennen und die Freude als dem Himmel verwandt, die Angst hingegen als der HöUe angehörig bezeichnen. Aus solcher Grundstimmung sind auch Umrisse eines Weltbildes hervorgegangen, das nach Art einer Theodicee mit Htllfe der Idee des Schönen auch das scheinbar Unvemtlnftige zur Vernunft zu wenden und durch allén Widerstand hindurch einen Fortschritt des Ganzen aufzuweisen sucht. Als Lehre betrachtet ist das gewiss angreif bar, wir Neueren haben ftlr solche Theodiceen wenig Sinn und Sympathie. Aber bei Runeberg ist jener Gedanke weniger eine dogmatische Lehre, als ein treuer Ausdruck jenes frischen und freudigen Lebensgeftlhls, jener Bejahung des innersten Kemes des Daseins, eines unerschtltterlichen Glaubens an eine Vernunft im tiefsten Grunde der Dinge. Ein solcher positiver Lebensaffekt ist unentbehrlich för

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