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Der Dichter und sein Volk, af Rudolf Eucken
RUDOLF SUCKEN.
allés geistige Schaffen, ftir das Ergreifen des Gesunden gegenöber dem Kranken; um ihn handelt es sich, wenn Goethe den Kampf zwischen Glauben und Unglauben als den Hauptinhalt der Weltgeschichte bezeichnet, und wenn Carlyle das «ewige Ja» dem «ewigen Nein» entgegenhält. Nicht eine Abschwächung der Widerstände steht dabei in Frage, sondern das Oberlegensein des Guten in letzter Instanz; ist dies gesichert, so känn auch das tiefste Dunkel nicht beunruhigen, es wird den Glauben nur noch kräftiger, nur noch heroischer machen. So aber ist die Art Runebergs. Jenes freudige Lebensgefahl nun, in dem sein Streben wurzelt, wird sich auch den Gegenständen mitteilen, die er behandelt, wird sie alle mit der vollen Kraft imd Gesundheit ihres Wollens und Seins vor Augen stellen, wird an ihnen inmitten aller Schwächen und Fehler eine Idealität aufdecken, die von allem unwahren Idealisieren aufs weiteste absteht. Zugleich werden sie bei solcher Wördigung sich eher in ein Ganzes zusammenschauen lassen, das jede einzelne Betätigung präziser sehen und besser verstehen lehrt.
Dies allés ist von besonderer Bedeutung för das Verhältnis des Dichters zu seinem Volke. Jene Lebensbejahung lässt ihn auch das Leben seines Volkes von innen her sehen, es bis zu einer Tiefe verfolgen, wo die Kraft unmittelbar zum Rechte wird, es zugleich treu schildem und ihm in seinem eignen Wesen ein Idealbild vorhalten. Nunmehr verstehen wir, weshalb von seinen Schriften so herrliche Wirkungen ausgehen konnten, wie sein Volk in ihnen sein innerstes Wesen zugleich bestätigt und veredelt findet, wie es sich dadurch in seiner Arbeit gehoben, in seinem Glauben und HoflFen bestärkt ftthlt.
Das allés hatte freilich Runeberg nicht leisten können, ohne dass der Kraft des inneren Lebens das Vermögen der Darstellung voU entsprach xmd zu reinem Ausdruck kommen liess, was die Tiefe der Seele bewegte. In Wahrheit hat er sicher und glöcklich
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