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Nordiskt medicinskt arkiv 1905

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K. Thiis: Ein Fall von Tumor mediastini

8 NORD. MED. ARK.. 1905, AFD. II, N:R 4. — K. THIIS.

und eine Blutung aus einem kleineren Aneurysma in die Pleurahöhle hinana konnte man nach dem Angefuhrten auch nicht annehmen.

Ara nächsten lag unleugbar die Diagnose Tumör pectoris. Freilich hatte man keinen absoluten Beweis fur das Vorhandensein eines Tumörs in dem Xachweis von Geschwulstteilen im Sputum, in einem Pleuraexsudat öder durch die Untersuchung excidierter peripherer Metastasen, aber das ganze Ensemble von Symptomen machte die Diagnose zu einer in höhem Grade wahrscheinlichen. Man musste ferner davon ausgehen, dass dieser Tumör ziemlich gross war, ziemlich die ganze linke Hälfte des Thorax ausfiillend. aber in diesem Falle war es iiberraschend, dass so wenige Symptome, die auf Druck auf die Xachbarorgane deuteten, vorhanden waren. Von sicheren Kompressionssymptomen hatte man nur Verschiebung des Herzens, Cyanose und ein einzelnes Mal Ödem des Gesichts während der Anfälle und Schwitzen (Druck auf den Sympathicus). Dagegen fehlte es so gut wie ganz an Drucksymptomen von den Respirationswegen in Form von Dyspnoe öder Stridor. Man känn dies durch langsames Heranwachsen des Tumörs erklären. wobei der Organismus Zeit bekommt. sich zu adaptieren und sich wesentlich mit nur der einen Lunge begniigt (man vergleiche die bisweilen wenig augenfällige Dyspnoe ber grossen Pleuraexsudaten, die sich langsam entwiekelt haben). Dass der Tumör långsam herangewachsen ist, känn nicht in Abrede gestelit werden.

Ferner sollte man erwarten, dass ein so grosser Tumör auf die im Thorax befindlichen Gefässe (vorzugsweise die weniger widerstandsfähigen Venen), Xerven öder Osophagus drucken wtirde, so dass man Symptome wie ausgesprochene Cyanoser Odeme, Puldifferenz,Rekurrenzlähmung,XeuralgienoderSchluckbeschwerden erhielte. Aber allés dies fehlte. Freilich ist es nicht selten, dass mehrere dieser Kompressionssymptome selbst bei verhältnismässio; grrossen Tumoren fehlen. So erwähnt Schwalbe als eine Merkwiirdigkeit bei dem (Seite 12, Fussnote) erwähnten Falle von Sarcoma mediastini, dass weder Dyspnoe noch Stridor vorhanden war, trotz der grossen Raumbeschränkung im Brustkasten sowohl durch den Tumör selbst als durch Exsudat.

Indessen waren wir auf Grund des durchgehenden Manuels an diesen Drucksymptomen nicht abgeneigt anzunehmen. dass

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