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K. Thiis: Ein Fall von Tumor mediastini
EIN FALL VON TUMÖR MEDIASTINI. 9
der Tumör kleiner sein könnte, als man nach der physikalischen Untersuchung erwarten sollte. Eine Stiitze hierfur glaubten wir ferner in einer Diskussion zu finden, die Fräxkel vor nicht lano-er Zeit einleitete iiber die ursächlichen Momente der Bronchostenose1). Er stellt hiervon 4 Gruppen auf. Als 2te Gruppe setzt er Kompression der Bronchien von aussen her. Er erwähnt in diesem Zusammenhang angeschwellte Bronchialdriisen, welche die Bronchien drucken und Dämpfung und geschwächtes Atmunffso-eräusch in dem dem Bronchienast entsprechenden Teil der Lunge hervorbringen können. Gewöhnlieh. sagt er, sind diese Fälle mit Dyspnoe und Stridor verbunden, aber beide Teile können bei langsamer Entwicklung der Stenose fehlen. Ebenso bei malignen Tumoren. Auch hier braucht die Dämpfung nicht durch die Tumormasse selbst hervorgerufen zu sein, aber im allgemeinen ist sie eine Folge einer Verengerung der Bronchien mit nachfolgenden pneumonischen, indurativen und atelektatischen Prozessen in diesen Lungenteilen. So sind Fälle vorgekommen, \vo ein ganz kleiner Tumör Dämpfung iiber einem ganzen Lungenlobus hervorgerufen hat. Er betont ferner, dass bei einem Tumör pulmonis Veränderungen in den physikalischen Symptomen durch Schrumpfungsprozesse vorkommen können, welche bereits geschlossene Bronchien erweitern. — Bei der Diskussion hieruber wurde Fränkel's Behauptung bestätigt, wie auch von einzelner Seite hervorgehoben wurde, dass in diesen Fallen dicke Beläge auf der Pleura zu finden sein und zur Vermehrung der Dämpfung beitragen können. Diese Aufklärungen, glaubten wir, könnten erklären, wie eine ganze Reihe wichtiger Symptome vollständig fehlen können, und forderten dazu auf, bei Beurteilung der Grösse eines Tumörs sich nicht zu sehr auf den physikalischen Befund zu verlassen.
Bei unserer Patientin fand sich indessen ein Symptom, das nicht zu einem Tumör pectoris gehört. nämlich die Kollapsanfälle. Wir waren sehr in Zweifel daruber, wie diese aufzuras8en seien. Wir glaubten anfänglich zu bemerken, dass während der Anfälle Dämpfung in Traube's Raum nachgewiesen werden konnte, möglicherweise durch Blutung aus dem Tumör in die Pleurahöhle hinaus verursacht. und dass das Ganze auf einer Gehirnanämie als Folge dieser inneren Blutung beruhte.
x) Zentralblatt f. innere Medizin 1904— Februar.
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