Sida 153
Nordische medicinische Literatur 1905
PATOLOGISK ANATOMI. BAKTERIOLOGI M. M. O
auf sind (bis zu 91 % der Angegriffencn können cine »rudimentäre Form aufzeigen).
Je naeh den am meisten bervortretenden Symptomen bat man 3 Formen der Krankheit anfgestellt, die hydropische, die atrophische und die akute perniciöse. Bei der atrophischen Form känn man ausgesprocbene Paralysen nnd eine excessive Abmagerung beobacbten, während dagegen die Ödeme wenig ausgesprocben sind. Die beiden mten Formen kommen dureb einander in derselben Epidemie vor. In der Regel wird die Krankbeit gebeilt, bin und wieder durcb Yeränderun<-r des Aufentbaltsortes erstaunlich rasch, meistens bei den vorgeschrittenen Fallen langsam. Rezidive kommen oft vor. Die Sterblichkeit variiert stark, von ganz wenigen bis zu iiber 30 %. In der Regel tritt der Tod durcb akute Herzparalyse ein, die ohne irgend welcbe Vorboten selbst in den anscheinend leicbtesten Fallen eintreten bann. Die akute perniciöse Form zeicbnet sich durcb eine plötzlicbe Herzparalyse nacb vorausgegangener Krankheit von einiger Tagen aus.
Von der sonstigen Symptomatologie bebt Yerf. bervor, dass die Patellarreflexe im Beginn der Krankheit oft. nacb einigen (Yerf.) immer. verstärkt sind, dann schwächer werden als normal, um sodann ganz aufgehoben zu werden.
Pathologisch-anatomisch wird die Krankheit durcb eine Degeneration der peripheren Nerven charakterisiert, die partiell und am Btärksten in den kleinsten Nerven, besonders in den 3Iuskelnerven, ausgesprocben auftritt; die Krankheit wird demnacb eine Polyneuritis. Nicht selten findet man Degeneration in den Rami cardiaci des Nervi va<_'i (cfr. die Herzparalyse), bei der hydropischen Form in den nn. pbrenici, plexus cardiacus und anderen grösseren Nervenplexus etc, dagegen aber nicht in den Extremitätennerven. Auch in den Gefässnerven hat man Degeneration gefunden (cfr. die Ödeme). Neben diesen Funden in den Nerven kommt auch konstant Degeneration der quergestreiften Muskeln, auch partiell und der Herzmuskulatur vor.
Yerf. geht hierauf zur Erörterung der Alöglichkeit iiber, dass die Bezeichnung :>Bei'i-beri> auf zwei öder mehrere Krankheiten angewendct worden ist; nicht am wenigsten erhebt sich diese Frage dem sogenannten Schiffs-Beriberi gegeniiber. das fast nur auf Segelschiffen auf langer Fahrt auftritt. Yerf. teilt 15 Fälle dieser Krankheit mit, die in Norwegen beobaehtet, aber nicht fruher beschrieben sind. Die Bymptome waren in diesen Fallen durchweg derselben Art wie bei dem typischen Beriberi. was indessen aus den Beschreibungen anderer vom Schiffs-Beriberi nicht hervorzugehen scheint; so heben das norwet:ische Beriberi-Komitee und Dr. Nocht in Hamburg bervor, dn>s das Schiffs-Beriberi vorwiegend häufig öder ausschliesslich als hydropisches Beriberi, nie als eine atrophische öder akute perniciöse Form verläuft; ferner werden diese Krankheiten als mit Skorbut verwandt aufgefasst, wenn auch die Anschauungen hieriiber etwas divergierend sind.
Indem Yerf. diese Divergenzen auseinandersetzt. geht er dazu Qber die herrschenden Anschauungen von der Ätiologie der Beriberi-Krank-
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