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Nordiskt medicinskt arkiv 1905

Originalsida 154
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Sida 154

Nordische medicinische Literatur 1905

6 >~ORD. MED. ARK., 1005. AFD. II. X:R 5. — LITERATUR.

heit zu besprecben, woriiber sich zwei Hauptaufiässungen geltend raachen. die eine darauf hinausgehend, dass die Krankbeit auf Mängeln der Kost beruht. die andere. dass sie durch einen spezifisehen Ansteckungsstoff verursacbt wird.

Die Ernåhrungstheorie will die Entstebung der Krankbeit auf Grund einer verdorbenen Kost öder auf Grund unzulänglicber Kost erklären. Ira ersteren Falle sollte hier am näcbsten eine Intoxikation vorliegen. Den toxiseben Stoff bat man in verscbiedenen Nahrungsniitteln sucben wollen. so u. a. im Reis — die Reisvergiftungstheorie, welche die am meisten verbreitete Tbeorie ist. Xachdem er besprocben bat. was fur und gegen diese Tbeorie spricht, äussert Verf., er wolle nicbt in Abrede stellen, dass Reis möglicberweise als ätiologiscber Faktor eine Rolle spielen känn, wenn auch die Beweise dafiir, dass der bei Beriberi-Epidemien genossene Reis wirklich verdorben gewesen ist. äusserst wenige sind. Dass Reis der :.Generalnenner* der Krankbeit sein känn, bestreitet Verf., indem Beriberi selbst bei nicht reisessenden Yolksstärnmen (den Eiugeborenen auf den Molukken. welcke Sago essen) häufig vorkommt.

Ausser Reis bat man aueb an verdorbenen Fisch als Ursache der Krankbeit gedacbt, öder dass es möglicberweise viele verscbiedene Arten von Xabrungsmitteln sein können, die das supponierte Gift entbalten, indem man auf Scbiffen beobacbtet hat, dass die Krankbeit nach Erneuerung des ganzen Proviants aufhörte. Xach Durchsprechung dieser Tbeorien konkludiert Verf. damit. dass die Vcrdorbenbeit der Kost, worin die Vergiftungsthéorie die Ursache der Krankbeit sucbt. nur rein ausnahmsweise bei der Inspektion der betreffenden X;ilirungsmittel nacbzuweisen gewesen ist. und daher als generelle Erklärung rein bypotbetiseber Art ist. Verf. funrt Beispiele bierfiir von seiner Studienreise nach Indien an, auf welcher er Veranlassun-i fand eine Reibe Leuchttiirme längs der Kiiste von Borneo zu bezuchen, in denon Beriberi vorkam. Trotz gleicber Kost bei allén Leuchtfeuern, trät die Krankbeit vorwiegend bei denjenigen auf, die auf Klippen lagen öder an Bord von Leuchtschiffen eingericbtet waren. wäbrend bei den Festland-Leuchtfeuern so ziemlich kein Beriberi war. Die beobacbtete Form hatte Abulicbkeit mit Scbiffs-Beriberi Ahnliche Erfabrungen teilt er auch von einer Schulepidemie in der Xäbe von Rangoon mit, wo Beriberi bei den Knaben auftrat. deren Speise täglich in der nahegelegenen Stadt gekauft wurde, unter deren Einwohnern dahingegen Beriberi nicbt vorlag. Verf. zitiert mehrere hiermit analoge Beispiele von Gefängnissen u. dgl. Auf der Basis dieser und anderer Beispiele polemisiert Verf. gegen die Auffassung des norwegischen Beriberi-Komitees betreffs der Verwandtscbaft zwiscben Schiffsund dem echten Beriberi.

Auch fur den Zusammenhang zwiscben Scbiffs-Beriberi und verdorbener Kost (speziell Hermetik) liegt kein Anbaltspunkt vor in dem Berichte dieses Komitees. indem keine Mitteilnng vou einem Scbiff vorliegt, wo die genossene Hermetik verdorben gewesen ist. Verf. zitiert hier einige l nterssuchungen von Dr. GEIRSVOLD. vorgenommen mit Hermetik auf norwegiscben Beriberi-Scbiffen. Die untersucbten Her-

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