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Nordiskt medicinskt arkiv 1905

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H. P. T. Oerum: Beiträge zur Methodik der klinischen Stuhluntersuchung

BEITRÄGE ZUR METHODIK DER KLINISCHEN STUHLUNTERSUCHUNG. 5

in eine grosse Reibeschale uberfuhrt (am besten von Glas) und wird hierin mit dem Pistille unter Zusatz von weniger Kem., später allmählich mehr destillierten Wassers auf das feinste (bis zur fiussigen Konsistenz) verrieben. Die Zerreibung muss sorgfältig gemaeht werden, so dass keine zusammenklebenden Kotteile mehr vorhanden sind.

Man ffiesst nun die Mischung in ein Messglas und verdunnt sie unter Umschutteln zu 100 Kbcm.

Man breitet nun etwas von der verriebenen Kotprobe in diinnster Schicht auf einer grösseren Glasschale, welche auf schwarzem Hintergrunde steht, öder auf einem Aachen schwarzen Teller aus und gibt sich Rechenschaft iiber alle mit blossem Auge noch darin erkennbaren Teile.

Bei normaler Verdauung durfen höchstens kleinste (unter Stecknadelkopfgrosse) braune Punkte (Spelzenreste von Haferschleim, eventuell Reste von Kakaohulsen) zu sehen sein, iiber deren Natur eventuell die mikroskopische Untersuchung aufklärt.

Unter pathologischen Verhältnissen kommen vor:1)

1. Schleim, in grösseren und kleineren selbst kleinsten Plocken. Man hat eingewandt, dass der Schleim durch Verreiben vermindert werden sollte, dies ist aber nur der Fall, wenn sehr grosse Kraft angewendet wird. Meiner Erfahrung nach findet man auf diese Weise Schleim in einer grösseren Anzahl Fallen, wo auch das Krankheitsbild es vermuten lässt, als bei Durchspiilen durch Siebe (Boas, Lorextzen u. a.)

Man sieht am besten durch kontinuierliche Untersuchungsreihen, dass der Schleim an einzelnen Tagen bei Durchspulen ganz fehlt, während feine Flocken sich bei Verreiben nachweisen lassen. Der Schleim känn wie Bänder und Röhren bei Enteritis membranacea, Fetzen und Flocken bei Enteriten und Coliten2) auftreten.

2. Bandwurmglieder und andere Parasiten, Steine, Eiterfleckchen, Vegetabilien und andere Fremdkörper lassen sich leicht nachweisen.

') Bei der makroskopisehen und mikroskopischen Untersuchung folge icli in der Darstelluug Ad. Schmidt.

2) Eehter Schleim, Mucin, wozu der Darmschleirn gehört, lässt sich vregen seines Inhaltes an Chondroitinschweielsäure leicht durch folgende Earbereaktiou nachweisen. Durch eine frisch zubereitcte wässerige Methylenblaulösuug, die durch Essig-Bäure schwach sauer gemaeht ist. nimmt der Schleim eine tiefblaue Farbe, die sich uiclit auswaschen lässt, und ein sammetartiges Aussehen an. Epilhelzellen etc. werden weniger intensiv gefärbt, und die Farbe verschwiudet leicht durch Auswaschen.

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