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Nordiskt medicinskt arkiv 1905

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Sida 378

Carl Sundberg: Die Cytologie der Pleura- und Peritonealergüsse

4 NORD. MED. ARK., 1905. AFD. II, N:E 10. — C. SUNDBERG.

lungen von HlS, 9) Born l0) und RuSE11) in vielen Punkten differieren, lassen wir bei Seite, wollen aber doch die Ideen Lindes" und Eokitansky's im Lichte der jetzigen Kenntnisse der Herzentwicklung betrachten.

Auf einer gewissen Stufe der Herzentwicklung finden wir bei den Wirbeltieren eine noch einfache Herzkammer. Von derselben geht kefalwärts ein unpaarer Arterienstamm, der Truncus arteriosus, aus, der sicb nach beiden Seiten in die Schlundbogenarterien teilt. Etwa gleichzeitig mit der Teilung des Herzkammerteils durch das Septum interventriculare, welches von der Herzspitze vorspringend von unten nach oben au die Herzbasis heranstrebt, teilt sich auch der Truncus arteriosus durch ein Septum interaorticum und zwar in der Weise, dass dieses Septum, oben in der Nähe des letzten Schlundbogenarterienpaares beginnend, sich nach unten wie eine Courtine hineinschiebt, bis es zuletzt mit dem obersten Teile der Kammerscheidewand zusammenwächst. Dieses Zusammenwachsen wird bekanntlich durch das Septum pellucidum öder membranaceum des ausgewachsenen Herzens repräsentiert. Das Septum pellucidum der Ventrikelscheidewand ist also der unterste und zuletzt gebildete Teil des Septum interaorticum *).

Die Entwicklung dieses Septums wurde der Mittelpunkt in Lindes" Lehre. In einigen Fallen von kongenitalen Pulmonalöder Aortavereugerungen findet man ja gar keine entziindliche Schrumpfungen öder dergleiche Veränderungen, welche die vorhandenen Stenosen erklären könnten. Der Entziindungstheorie känn also in der Tat keine allgiiltige Bedeutung beigemessen werden. Anstått dessen kunnte, meint Lindes, eine anomale Lage des Septums interaorticum, eine seitliche Verschiebung desselben, diese Vereugerungen und Stenosen bewirken, bei den Pulmonalstenosen eine Verschiebung nach rechts vorn. bei den selteneren Aortastenosen eine Verschiebung nach links hinten. Von dieser primären Verengerung der Gefässbahn wurden die sekundären Misserfolge der Blutstauung und die Hemmungen der Herzentwicklung ausgelöst. Die Theorie Lindes" ist also ein Repräsentant der reinen Hemmung.

*} Anmerhmg. Nach Rokitaxsky ist das Septum pellucidum ein Teil des Veutrikelseptuins. Die Fortzetzuug dieses Teils Bach oben sollte die vollständige Trennuns; der beiden Aorteu durch" das Zusammenwachsen mit dem von oben hergewachsenen Septum mteraorticmu bewirken. Diese irritre Yorstellung Rokitaxsky's andert in der Hauptsache unsere Diskussion nicht.

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